Selbstlernende Navigation: „Häufigste Routen" sorgt für weniger Stress im Alltag.

14.06.2016

Morgens kurz vor acht Uhr in einem Ballungsraum. Frühstück, ein letzter Schluck Kaffee, rein in den Wagen, los geht es in Richtung Büro - und schon steht der Pendler, wenn er Pech hat, im Stau. Denn immer häufiger geht nichts mehr: Der aktuelle "Traffic-Index" des Navigations-Spezialisten und Volkswagen Zulieferers TomTom weist aus, dass dies überdurchschnittlich oft in Stuttgart, Hamburg, Köln, München und Berlin passiert - das sind in genau dieser Reihenfolge die fünf "staureichsten" Städte in Deutschland. Bedeutet: Wer dorthin unterwegs ist, muss im Schnitt runde 30 Prozent mehr Zeit einplanen. Stuttgart als Beispiel liegt im weltweiten Stauranking (Platz 48 von 295 Städten) noch vor der Megacity New York (Platz 52). Nicht viel besser sieht es in den anderen Metropolregionen Deutschlands aus.

Auf dem Weg zur Arbeit - und auf vielen lokalen Routen, wie etwa zum Kindergarten oder zu Freunden- nutzt kaum jemand das Navigationssystem. Logisch, weil man die Wege kennt und keine Ansagen braucht. Perfekt wäre es jedoch, wenn der Wagen den Fahrer auch auf diesen Strecken warnen würde, falls eine Verkehrsstörung am Horizont auftaucht. Genau das macht "Häufigste Routen".

Sobald eine Strecke einmal gefahren wurde, ist sie gespeichert. Fortan werden bis zu drei der häufigsten Routen im Infotainmentsystem aufgelistet - und das sogar in Abhängigkeit vom Wochentag und der Uhrzeit. Ein Klick, und die Routen werden in der Kartendarstellung angezeigt. Mit dem Berühren der Routenbezeichnung im Display aktiviert der Fahrer die Überwachung einer vorgeschlagenen Strecke. Die Navigation läuft nun lautlos im Hintergrund (selbst wenn der Fahrer die ursprüngliche Route zum Ziel variiert). Sprich: Akustische Hinweise bleiben aus. Erst bei Verkehrsstörungen auf der Route meldet sich das System mit entsprechen Hinweisen zur nun automatisch aktiven Stauumfahrung "zu Wort". Klar ist, dass auch Routinefahrten dank dieses elektronischen Beifahrers deutlich entspannter und zeitlich berechenbarer werden - das allein war in diesem Fall das Ziel.