"Den einen Erfinder des Golf GTI gibt es nicht, ...

... aber eine Gruppe Gleichgesinnter, die ihn heimlich zur Serienreife brachte." Anton Konrad lässt seine Worte eine Weile im Raum wirken, während er das 1 : 18-Modell einer wahren Sportwagen-Ikone in die Hände nimmt und aufmerksam betrachtet. "Wann immer an einem Auto ein roter Zierstreifen am Kühlergrill prangt, ist es ein GTI - weltweit!", lacht der ehemalige Kommunikations-Direktor von Volkswagen, indem er mit dem Zeigefinger den roten Faden einer Erfolgsgeschichte nachzeichnet. 

Diese Geschichte hat Konrad mitgeschrieben - und vor allem nach Kräften initiiert und choreografiert. Denn als Führungskraft in der Wolfsburger Presseabteilung und Hobby-Rennfahrer hatte der gelernte Journalist und Ingenieur einen guten Draht in sämtliche Fachabteilungen hinein. 

Geheim-Truppe Injection

"Sehr früh dachten einige Ingenieure in Wolfsburg an einen sportlichen Golf. Doch es galt, geschickt und diplomatisch vorzugehen angesichts der allgemeinen Stimmung", erinnert Konrad die damalige Lage.

Die sah so aus, dass Volkswagen noch nie ein wirklich sportliches Modell in Serie gefertigt hatte. Man wollte sich nicht der Kritik aussetzen, unverantwortlichem Fahren Vorschub zu leisten. Dazu Anton Konrad: "Wir strebten einen sportlichen Serien- Volkswagen mit Understatement an, gebaut in einer Auflage von 5.000 Stück, mit dem man sowohl zum Einkaufen als auch auf die Rennstrecke fahren konnte. Doch dazu bedurfte es einer ebenso professionellen wie inoffiziellen Vorbereitung." Also lud Anton Konrad vier Fachleute aus den eigenen Reihen zu sich nach Hause ein: Hermann Hablitzl, damals Projektentwicklungsleiter Golf, den späteren Entwicklungs-Vorstand und Fahrwerksexperten Herbert Schuster, Jürgen Adler, Fachmann für die Konstruktion Innenraum, und Horst-Dieter Schwittlinksy aus dem Marketing. Etwas später stießen noch Gunther Kühl vom Motorsport und Ingenieur Alfons Löwenberg dazu. 

Gemeinsam gelang ihnen die Konfiguration eines sportlichen Golf aus Serienteilen, genannt GTI, der aufgrund seiner Gleichteile-Strategie und seines seriösen Charakters letztlich ohne Widerstand in Produktion ging. Obwohl der Vertrieb bis zur Präsentation auf der IAA 1975 geunkt hatte: "Von diesem GTI verkaufen Sie keine 500 Stück!" Nun, damit sollte der Vertrieb Recht behalten: Es wurden am Ende wirklich keine 500 Golf GTI verkauft. Sondern seitdem über zwei Millionen.

Anton Konrad

Jahrgang 1937, liest 1961 Fritz B. Buschs Text über den Jaguar E-Type - Titel: "Die geschrubbte Flunder" - und ist danach infiziert vom Auto. Ab 1965 arbeitet er als Tester beim Magazin "hobby", bis ihn 1968 Volkswagen Vertriebsvorstand Carl H. Hahn als Generalsekretär der weltweiten Rennserie "Formel Vau Europa" verpflichtet. 1972 wechselt Konrad als Leiter der Motor-presse zu Volkswagen nach Wolfsburg. "Nebenbei" wird er zur treibenden Kraft bei der Entstehung des Golf GTI. Außer der Markteinführung von Volkswagen Pkw gehören auch die umsichtige Begleitung des Joint-Ventures Volkswagen - DDR und der Aufbau des China-Geschäfts zu Konrads Aufgabenbereich. 1992 verlässt Konrad, seit 1986 Leiter der Konzernkommunikation, Wolfsburg, um in Berlin und Brüssel Volkswagen Kontaktbüros aufzubauen. Seit 1996 lebt Konrad als Berater in Hamburg.

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Drei Buchstaben. Ein See. GTI Treffen