Side Assist - der elektrische "Blick" in die Außenspiegel.

Side Assist - Der Mensch steht im Mittelpunkt

Der Side Assist unterstützt den Fahrer, indem er ihn vor oder bei einem Spurwechsel auf sich nähernde Fahrzeuge aufmerksam macht. Eine intuitiv verständliche Rückmeldung über Warnlampen in den Außenspiegeln informiert oder warnt den Fahrer innerhalb der Systemgrenzen vor Fahrzeugen in einem Bereich von 50 Metern hinter dem eigenen Fahrzeug und im toten Winkel. So können Fahrsituationen besser eingeschätzt und eine Gefährdung vermieden werden.

Das System ist so ausgelegt, dass es den Fahrer nur in relevanten Situationen warnt: So erfolgt keine Warnung für stehende Objekte oder entgegenkommende Fahrzeuge. Ebenso werden Fahrzeuge, die mehr als eine Fahrspur entfernt sind, ignoriert. Dadurch wird eine unnötige Irritation des Fahrers durch zu häufiges Ansprechen vermieden. Side Assist wird über einen Taster aktiviert, arbeitet ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h und ist somit im dichten Stadtverkehr nicht aktiv. Zusätzlich kann der Fahrer das System über die Multifunktionsanzeige Plus manuell deaktivieren.

Entscheidend für den Nutzen von Side Assist ist vor allem ein Zugewinn an Komfort. Als Fahrerassistenzsystem vereint das System leichte Handhabung und Komfort. Es kann und soll jedoch den Fahrer nicht bei einem Überholvorgang von seiner Sorgfaltspflicht und dem Blick in den Rückspiegel entheben.

Arbeitsweise - Die Warn- und Informationsstrategie von Side Scan.

Informieren oder Warnen - aber nur in relevanten Situationen

Werden Fahrzeuge im Sensorerfassungsbereich hinter oder neben dem eigenen Fahrzeug erkannt, verfolgt Side Assist je nach Situation unterschiedliche Strategien. Es informiert oder warnt den Fahrer über Fahrzeuge im Erfassungsbereich. Die Signalisierung erfolgt dabei rein optisch über Warnlampen in den Außenspiegeln für jede Seite getrennt.

Informiert wird der Fahrer über ein konstantes Leuchten der Warnlampen mit verminderter Helligkeit auf der entsprechenden Fahrzeugseite. Die Helligkeit liegt dabei unterhalb der so genannten Wahrnehmungsgrenze: Das bedeutet, dass der Fahrer das Leuchten nicht als störend empfindet und dieses nur dann wahrnimmt, wenn er direkt zum Außenspiegel blickt. Unabhängig vom Setzen des Blinkers werden alle erkannten Fahrzeuge angezeigt, die bei einem Spurwechsel vom System als kritisch bewertet werden.

Kündigt der Fahrer einen Spurwechsel durch Setzen des Blinkers an, blinkt die entsprechende Warnlampe mit erhöhter Helligkeit, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Diese Warnung liegt oberhalb der Wahrnehmungsgrenze und fordert dadurch die Aufmerksamkeit und den Blick des Fahrers.

Das Signal ist für den Fahrer auch aus dem Augenwinkel gut wahrnehmbar. Der Side Assist stellt auf diese Weise eine sinnvolle Ergänzung zum Außenspiegel und Schulterblick dar.

Die Komponenten - Verschiedene Systeme im Zusammenspiel.

Radarsensoren und Steuergerät in einer kompakten Baueinheit

Für die Erkennung des seitlichen und rückwärtigen Bereichs sind zwei seitlich getrennte Radarsensoren im hinteren Stoßfänger verantwortlich. Dabei bilden jeweils eine Sende- und drei Empfangsantennen sowie ein Steuergerät eine kompakte Baueinheit. Die von den Sendeantennen abgestrahlten Radarimpulse werden von Gegenständen im Erfassungsbereich reflektiert. Die empfangenen Reflexionen werden von dem jeweiligen Steuergerät ausgewertet: Größe, Position und Geschwindigkeit der erfassten Objekte werden berechnet. Unbewegte Gegenstände, wie z. B. Leitplanken oder stehende Fahrzeuge, werden ignoriert.

Dabei teilen sich die Steuergeräte die Arbeit: Steuergerät 1, der sogenannte Master, überwacht kontinuierlich alle erkannten Objekte. Diese Informationen wertet das zweite Steuergerät, der sogenannte Slave, aus und prüft, ob eine kritische Situation vorliegt. Je nach Situation aktiviert der Slave dann die jeweiligen Warnlampen in den Außenspiegeln. Die Kommunikation zwischen Master- und Slave-Steuergerät erfolgt über einen privaten CAN-Datenbus.

Damit der Side Assist die richtigen Entscheidungen treffen kann, benötigt er zusätzliche Informationen: Über den CAN-Datenbus werden die Angaben über die aktuelle Geschwindigkeit und den Kurvenradius (vom ABS/ESP-Steuergerät) sowie über den Zustand der Blinker (vom Komfortsteuergerät) übermittelt. Aufgrund der Ausrichtung der Radarsensoren arbeitet Side Assist bis zu einem Kurvenradius von mindestens 170 Metern. Auf gerader Strecke und bei einem Kurvenradius von mehr als 200 Metern schaltet sich der Side View Assist wieder automatisch zu. Bei Benutzung der Anhängerkupplung ist das System ebenfalls deaktiviert. Ein Icon in der Multifunktionsanzeige informiert den Fahrer über den jeweiligen Zustand.

Die Warnleuchten für den Spurwechselassistent bestehen aus gelben Leuchtdioden. Über den Lichtsensor der automatischen Fahrlichtschaltung passen sie sich in ihrer Helligkeit automatisch dem Umgebungslicht an. Dadurch ist stets die optimale Wahrnehmbarkeit gewährleistet und eine Blendung bei Dunkelheit wird vermieden. Zudem lässt sich die Grundhelligkeit der Warnlampen manuell über die Multifunktionsanzeige Plus den individuellen Bedürfnissen anpassen.